Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
13. Januar 2022

Maritime Spitzenleistungen kommen auch in Zukunft aus MV in die Welt!

Heute hat der Landtag in einer Sondersitzung über die aktuelle Situation der MV Werften debattiert. Die Mehrheit hat sich in einem fraktionsübergreifenden Antrag von SPD, Linke, Grünen und FDP zu schnellen Hilfen für die Beschäftigten, Perspektiven für den Schiffbau und die maritimen Standorte in Mecklenburg-Vorpommern bekannt. Dazu erklärt Julian Barlen, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag: 

„Wir kämpfen gemeinsam für die Beschäftigten der MV Werften und um den Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern. Das maritime Herz soll auch weiterhin kräftig schlagen. Dazu stehen wir als große Mehrheit des Landtages Mecklenburg-Vorpommern. Dazu bekennt sich auch die Landesregierung. Nach dem Riesenschock der Insolvenz wird jetzt gemeinsam mit Insolvenzverwalter, der IG Metall und den Betriebsräten an guten und belastbaren Perspektiven gearbeitet.

Die erste und wichtigste Nachricht des Tages ist, dass die Beschäftigten spätestens am Montag ihre Dezemberlöhne erhalten sollen. Das zeigt, der eingesetzte Insolvenzverwalter macht seinen Job gut, weil er im Sinne der von der Insolvenz hart getroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie deren Familien arbeitet. Für die Beschäftigten auf den drei Werftenstandorten in Wismar, Rostock und Stralsund bringt das zumindest etwas mehr Sicherheit.

Deutlich widersprechen wir all jenen, die jetzt von dem Tod der Werften schwadronieren. Die Insolvenz der MV Werften ist die Folge der Corona-Pandemie. Schiffbauer haben eine ausgezeichnete Expertise; sie können natürlich Schiffe bauen, aber sie können ebenso gut Container, Plattformen und sogar alternative Antriebe bauen und sie können – wie der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Ruschel sagte – aus Eisen wahre Schmuckstücke machen. Darum ist es gut und richtig, dass wir alle beisammen bleiben, um die Kraft und das Potenzial der Standorte zu erhalten. Für die Beschäftigten und ihre Familien. Für den Erhalt der maritimen Wirtschaft. Und für alle Perspektiven, die sich gerade für unser Land im Schiffbau und bei der konkreten Umsetzung der Energiewende und der Klimaziele ergeben. Dafür stehen wir im Landtag weiter bereit.

Unser Land kann und wird vom gelingenden Strukturwandel profitieren: weiterhin mit Schiffbau und Reparaturen, mit der globalen Umstellung auf saubere Antriebstechnologien, mit Industriearbeit und vor allem dem Know-how und dem Herzblut unserer Kolleginnen und Kollegen auf den Werften, bei den Zulieferern, Dienstleistern und auch in der Wissenschaft hier bei uns in MV. Diese Perspektive gilt es zu nutzen. Diese Chance werden wir nutzen. Das ist meine tiefe Überzeugung und genau daran arbeiten Landes- und Bundesregierung, dafür stehen Investoren, Kommunen, Wissenschaft sowie Forschung und eben auch die Beschäftigten bereit. Maritime Spitzenleistungen: aus MV in die Welt!

Genau das Signal haben wir heute fraktionsübergreifend mit großer Mehrheit an die Werften gesendet und an die Gesprächspartner in Land und Bund sowie an die Investoren von morgen. Denn gemeinsam gilt es jetzt, eine maritime Strategie zu entwickeln. Von der Politik erwarten die Menschen zurecht, dass wir weiter zusammenstehen und eben nicht einzeln von Bord dieser Zukunftsmission gehen. Und das Zeichen haben wir heute nochmals im Landtag gesetzt.“
Kontakt
  • Fraktionsvorsitzender
  • Sprecher für Strategien für Demokratieförderung und Extremismusbekämpfung