Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
08. September 2021

Tariferhöhung im Gastgewerbe ist gut, trifft aber zu wenig Beschäftigte

Jetzt steigen die Löhne für die Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe Mecklenburg-Vorpommern. Die Erhöhung zwischen 3,5 und 5 Prozent hatten die Gewerkschaft für Nahrung-Genuss-Gaststätten MV (NGG) zusammen mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband MV (Dehoga) mit dem Tarifvertrag ausgehandelt. Dazu erklärt Thomas Krüger, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern: 

„Höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen sind gut für die Beschäftigten. Der bereits 2019 ausgehandelte Tarifvertrag für das Gastgewerbe ist sehr löblich. Mit guten Löhnen werden auch Branchen wie das Gastgewerbe wieder interessanter für Fachkräfte, die jetzt an vielen Stellen fehlen.

Aber der Tourismus in unserem Land hat eine dunkle Seite. Zu oft werden in der Hotellerie und Gastronomie nur niedrige Löhne gezahlt. Schlechte Arbeitsbedingungen wie wenig Urlaub, viele Überstunden, kaum Vereinbarkeit mit Familie und Beruf herrschen noch immer vor. Um Beschäftigte dagegen zu schützen, braucht es Tarifverträge, die auch angewendet werden. Das wäre auch ein wirksames Mittel, um die Branche vor der bereits eingesetzten Abwanderung von Arbeitskräften zu schützen. Darum hat sich der Hotel- und Gaststättenverband MV mit der Gewerkschaft für Nahrung- und Genussmittel auf den für beide Seiten akzeptablen Tarifabschluss geeinigt, was wir ausdrücklich begrüßen. Das Problem ist aber, dass zu wenig Beschäftigte davon profitieren. Für sie bleibt ein guter Tariflohn in weiter Ferne.

Inzwischen ist es fünf vor zwölf für diese wichtige Branche in MV. Fachkräfte wandern ab. Wenn das Gastgewerbe wieder interessanter für Fachkräfte werden soll, dann muss der vorliegende Tarifvertrag auch für die gesamte Branche Gültigkeit bekommen. Hierfür bräuchte es jedoch eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung des betreffenden Tarifvertrages. Daher begrüße ich den Vorschlag der Gewerkschaft, diesen Tarifvertrag für allgemeinverbindlich zu erklären. Dann würden alle Beschäftigten der Branche vom Tariflohn und besseren Arbeitsbedingungen profitieren.

Ich bin fest überzeugt, dass diese Vorstellung keine Illusion bleiben muss. Dafür müssen sich nur Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften und das Landes-Wirtschaftsministerium auf die Allgemeingültigkeit verständigen. Ein Weg, der alle Tarifvertragsparteien stärkt. Ein Weg, der in anderen Branchen – beispielsweise in der Pflege – bereits beschritten worden ist.“
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