Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
13. November 2015

Land unterstützt Aufarbeitung der Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen 1992

Ralf Mucha (SPD): Zuschuss von 50.000 Euro für Erinnerung und Mahnung im öffentlichen Raum

Der Finanzausschuss des Landtags hat am gestrigen Abend auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion beschlossen, der Hansestadt Rostock 50.000 Euro für die Erinnerung und Aufarbeitung der rassistischen Ausschreitungen in Lichtenhagen im Jahr 1992 zur Verfügung zu stellen. Hierzu erklärt der Rostocker SPD-Landtagsabgeordnete, Ralf Mucha:

„Rostock-Lichtenhagen 1992 ist für die Stadtgesellschaft Stigma und Trauma zugleich. Mit dem Landeszuschuss würdigen wir das Bekenntnis Rostocks zu seiner Verantwortung für die rassistischen Ausschreitungen und Brandanschläge auf das Sonnenblumenhaus in Lichtenhagen. Denn noch immer gibt es in der Hansestadt ein Defizit bei der Aufarbeitung der schrecklichen Ereignisse von 1992.

Konkret unterstützt der Landtag die Realisierung des Konzepts des dezentralen Erinnerns einer von der Bürgerschaft eingesetzten Arbeitsgruppe ‚Gedenken‘. Durch diesen dezentralen Ansatz wird die Dimension des Ereignisses deutlich, die weit über Rostock hinausgeht und zugleich die Rostockerinnen und Rostocker nicht aus der Verantwortung entlässt. So sollen bis zum 25. Jahrestag der Ausschreitungen 2017 Erinnerungsobjekte als sichtbare Mahnung im öffentlichen Raum an den Orten in Rostock installiert werden, die einen Bezug zu den Ereignissen in Lichtenhagen 1992 haben.

Mit der Förderung des künstlerischen Realisierungswettbewerbs durch das Land erfolgt ein wichtiger Schritt, um die angestrebte Verstetigung des Mahnens und Erinnerns zu erreichen. Das Konzept eröffnet zugleich die Chance, sich mit den menschenverachtenden Ereignissen offensiv und selbstbestimmt auseinanderzusetzen. Wie wichtig eine derartige Aufarbeitung ist, zeigt die erschreckende Zahl fremdenfeindlicher Anschläge überall in Deutschland.“

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